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Warum man Bücher nicht verbrennen darf – Johannes Reuchlin, sein Ratschlag und der Judenbücherstreit

Fest-Vortrag von Dr. Jan-Hendryk de Boer zum 500. Todestag von Johannes Reuchlin am 30.6.2022

Freitag 1. Juli 2022 um 20.00 Uhr in der Kreuzkirche Tübingen, Payerstraße 11-13

 

oder:

https://kreuzkirche-tuebingen.de/warum-man-buecher-nicht-verbrennen-darf.html

Im Jahr 1510 verfasste der Humanist und Hebraist Johannes Reuchlin (1455-1522) ein Gutachten, in dem er darlegte, warum jüdische Bücher nicht verbrannt werden sollten. Damit griff er energisch in eine seit 1509 laufende, von Kaiser Maximilian I. unterstützte Kampagne ein, die zum Ziel hatte, den Juden in Deutschland ihre Bücher fortzunehmen und diese zu verbrennen. Reuchlin legte in seinem „Ratschlag“ (im „Augenspiegel“ 1511) dar, warum das jüdische Wissen unbedingt erhaltenswert sei. Sein Votum löste eine heftige, zehn Jahre dauernde Kontroverse aus. In ihr ging es zunächst um den Umgang mit jüdischen Büchern, bald aber auch um die Ordnung der Gelehrtenwelt insgesamt. Reuchlins Eintreten für das Judentum stellt eine wichtige Wegmarke in der Geschichte von Christen und Juden in Deutschland und Europa dar, die anlässlich des 500. Todestages des Gelehrten am 30.6.2022 neue Aufmerksamkeit verdient.

Dr. Jan-Hendryk de Boer ist Historiker und mit einer Arbeit über Johannes Reuchlin und den Judenbücherstreit promoviert worden. Er arbeitet zurzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen.

Veranstalter: Buchhandlung H.P. Willi, Wilhelmstr. 8, 72074 Tübingen, www.hpwilli.de

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Dr.-Leopold-Lucas-Preis

Der Dr. Leopold Lucas-Preis 2022 ging an Maren R. Niehoff.

„Der diesjährige Dr. Leopold Lucas-Preis der Evangelisch-Theologischen Fakultät wird der Historikerin, Judaistin, Religions- und Literaturwissenschaftlerin Maren R. Niehoff verliehen. Sie ist Max-Cooper-Professorin für Jüdisches Denken an der Hebrew University in Jerusalem. Ausgezeichnet wird sie für ihren interdisziplinären Zugang zu Fragen des Verhältnisses von Judentum, Christentum und griechisch-römischer Kultur. Der Dr. Leopold Lucas-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.
Maren Niehoff hat umfangreiche Forschungen zu Philon von Alexandrien und zur jüdischen Bibelauslegung vorgelegt. Sie habe gezeigt, wie kulturelle Transferprozesse verlaufen und welche Auswirkungen sie zeitigen können, urteilte die Kommission zur Preisvergabe. Niehoffs viel beachtete Monografie Philon von Alexandria. Eine intellektuelle Biographie (dt. 2019 erschienen) sei „ein Lehrstück für eine methodisch präzise Verschränkung von Lebensweg und Schrifttum eines antiken Autors“.

Bei der Feier zur Preisverleihung werden neben dem diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Preis auch die Preise der Jahre 2020 an Adam Seligman und Linda Woodhead und 2021 an Bernhard Waldenfels überreicht.“

https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/evangelisch-theologische-fakultaet/fakultaet/lucas-preis/preistraeger-und-preistraegerinnen/

„Der mit 50.000 EUR dotierte Dr. Leopold Lucas-Preis würdigt alljährlich hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Theologie, der Geistesgeschichte, der Geschichtsforschung und der Philosophie. Er ehrt dabei insbesondere Persönlichkeiten, die zur Förderung der Beziehungen zwischen Menschen und Völkern wesentlich beigetragen und sich durch Veröffentlichungen um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören namhafte Wissenschaftler wie Karl Rahner, Paul Ricoeur, Karl R. Popper, Michael Walzer, Michael Theunissen und Bischof Eduard Lohse, Repräsentanten des religiösen Lebens wie Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama oder der polnische Erzbischof Henryk Muszynski, sowie der Kultur und Politik wie Léopold Sédor Senghor, der frühere senegalesische Staatspräsident und Richard von Weizsäcker. Die Auszeichnung wurde 1972 von dem am 9. Juli 1998 verstorbenen Generalkonsul Franz D. Lucas, ehemals Ehrensenator der Eberhard-Karls-Universität, zum 100. Geburtstag seines in Theresienstadt umgekommen Vaters, des jüdischen Gelehrten und Rabbiners Dr. Leopold Lucas gestiftet. Die Evangelisch-theologische Fakultät vergibt den Preis alljährlich im Namen der Universität Tübingen“.

Zu diesem Anlass gestaltet H. P. Willi jedes Jahr ein besonderes Schaufenster. Die Preisverleihung findet meist an einem Dienstag Anfang Mai statt.

https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/evangelisch-theologische-fakultaet/fakultaet/lucas-preis/

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Video-Aufzeichnung vom 1.7.2022 aus der Tübinger Kreuzkirche - Veranstalter Buchhandlung H.P.Willi: 

https://www.youtube.com/watch?v=q6uCrq2A0rA

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